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> de.*, free.* und ihre Verbreitung

Immer wieder kommt es in den de.admin.news.*-Gruppen zu Diskussionen, ob das Einrichten von neuen Gruppen in de.* nicht einfacher sein sollte. Man solle am besten jedem, der eine Gruppe möchte, diese auch zugestehen. Wer diese Meinung vertritt, bekommt regelmässig den Hinweis, dass es bereits eine Hierarchie gibt, die so funktioniert, nämlich free.* - aber dort will niemand seine Gruppen einrichten, es soll schon de.* sein, weil free.* weniger gut verbreitet ist. Welche Konsequenzen sollte man aus dieser Überlegung ziehen?

>Das "de"-Namenspräfix ist eine kostbare
>Resource, über deren Verwendung nicht nur eine kleine
>dang-Herrscherclique
>verfügen darf. Wenn eine Gruppe den Namen de.maikaefer bekommt,
>wird sie mit ziemlicher Sicherheit bald überall verfügbar sein,
>nicht jedoch, wenn sie bei gleicher Qualität der Diskussionen
>"nur" free.maikaefer genannt wird.

Also, halten wir fest: de-Gruppen sind deswegen besser als
free-Gruppen, weil sie besser verbreitet sind.

>Anscheinend haben Newsserverbetreiber und Admins eine Abneigung gegen
>free.*, wohl deswegen, weil einige free-Gruppen wirklich übel sind.

Die Sache ist etwas anders. Die Admins übernehmen die free-Gruppen in
erster Linie deswegen nicht, weil die Hierarchie free.* nicht
vernünftig gepflegt ist. Die *Hierarchie*, nicht nur die einzelnen
Gruppen. Es gibt für free.* keine kanonische Liste, welche Gruppen es
in der Hierarchie geben soll, es gibt niemanden, der eine solche Liste
pflegt, und es würde dem Sinn von free.* widersprechen, wenn es eine
solche Liste gäbe.

Daher ist die Hierarchie free.* für Admins schwieriger zu betreuen.
Sie müssen mehr selbst tun, und können sich nicht auf eine
Checkgroups-Nachricht verlassen.

>Nehmen wir an, 70% aller free-Gruppen würden gut laufen. Dennoch hätte
>ein Admin Schwierigkeiten, Begründungen zu finden, weshalb er (bzw. sie)
>genau die 70% übernimmt, 30% aber nicht.

Würden sie free.* komplett übernehmen, hätten sie eine wilde und
chaotische Hierarchie, mit zahlreichen Verdoppelungen und Juxgruppen.
Würden sie free.* nur teilweise übernehmen, hätten sie grosse Arbeit
damit, die Gruppenliste zu pflegen und evtl. mit anderen
Serverbetreibern abzugleichen.

Unter anderem deswegen ist free.* so schlecht verbreitet: es macht den
Admins unnötige Mehrarbeit. In de.* haben sie sehr viel weniger
Arbeit, solange die dana-Moderation jeden Monat eine vernünftige
Checkgroups-Nachricht schickt.

>Bei de.* ist's einfach:
>der Admin übernimmt halt alle Gruppen.

Und das kann er deswegen problemlos tun, weil er jeden Monat eine vern
ünftige Checkgroups-Nachricht bekommt, von dem er weiss, dass sich
Leute, die etwas davon verstehen, darüber Gedanken gemacht haben.

Aber die Admins vertrauen dieser Checkgroups-Nachricht der
dana-Moderation eben nur so lange, als er eben vernünftig ist und die
Leute sich wirklich vorher Gedanken gemacht haben. Wenn dies nicht
mehr gegeben ist - und glaub mir, die Admins der für de.* wichtigen
Server würden dies sehr schnell bemerken -, dann verliert diese
Checkgroups-Nachricht der dana-Moderation plötzlich an Bedeutung. Die
Admins werden sie im Extremfall einfach nicht mehr befolgen.

Mit "Extremfall" meine ich zum Beispiel: inkonsistente
Teilhierarchien, inhaltliche Verdoppelungen, Tippfehler in
Gruppennamen und Varianten von Gruppennamen (gibt's im Z-Netz
haufenweise), massenhaft Jux-Gruppen, exzessives Einrichten von leeren
Gruppen. Ich weiss nicht genau, wo für die Admins die Schmerzgrenze
ist, und ich habe auch kein Interesse, das auszuprobieren.

Es gibt dann nämlich zwei Möglichkeiten: entweder die Admins nehmen
de.* vom Server, weil die Situation mit derjenigen von free.*
vergleichbar wird. Dies ist die unwahrscheinlichere Variante, trotzdem
möchte ich sie nicht verschweigen. Die wahrscheinlichere Variante ist,
dass sich die Admins der wichtigen Server per Mail darüber
verständigen, dass jetzt einer von ihnen die Gruppenliste pflegt und
jeden Monat die Checkgroups-Nachricht postet. Das würde bedeuten, dass
das Mitspracherecht der Nutzer eingeschränkt ist, dass also die
Entscheidung darüber, welche neuen Gruppen es gibt und welche nicht,
in die Hand einiger weniger Leute gelegt wird.

Zugegeben: auch heute beteiligen sich nicht alle an den Abstimmungen.
Wenn wir aber de.* auf ähnliche Art wie free.* verwalten, also nach
der Methode laissez-faire, dann wird die Basis noch schmaler als
bisher. Ich glaube nicht, dass dies wirklich das ist, was Du
anstrebst.

Ich stelle allen, die de.* und das Gruppeneinrichtungsverfahren
radikal verändern wollen - in die Richtung, dass Gruppen wesentlich
leichter eingerichtet werden sollen - immer wieder die Frage, warum
denn ausgerechnet de.* die Hierarchie sein muss, in der sie ihre
Vorstellungen umsetzen wollen. Nicht alle sind so ehrlich wie Du und
sagen, dass sie de.* wegen des hohen Verbreitungsgrades so sehr
schätzen. Du hast es gesehen und gesagt - jetzt solltest Du den
nächsten Schritt gehen und Dir überlegen, ob Du diesen hohen
Verbreitungsgrad durch ein radikales Ändern des Einrichtungsverfahrens
gefährden willst.

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